„Lange Gebäude, die wie Kuhställe aussehen, weder Fenster noch richtige Türen haben und in denen die Schüler auf dem Boden sitzen müssen.“ So beschreibt Hildegard Jürgens nach ihrem Besuch im Kongo die staatlichen Schulen, auf die ein afrikanisches Kind gehen kann, falls es aus einer der wenigen Familien kommt, die das Schulgeld aufbringen können. Für eine Verbesserung dieser Ausbildungsverhältnisse sowie der Lebens- und Wohnqualität im Kongo setzt sich der Verein „Hilfe für Kinder aus armen Familien“ (HIKAF) ein.
Abbé Hippolyte Badika, der einige Jahre als Kaplan in der Gemeinde Herz Jesu tätig war, rief das Projekt bereits 1991 ins Leben, um die schulische Ausbildung der Kinder im Kongo zu fördern und zu fordern. Seit es HIKAF 1999 gelungen ist, am Stadtrand von Kinshasa ein Grundstück zu erwerben, ist dort eine moderne Schule entstanden, die mit Spenden aus Emsdetten geführt wird.
Sternschnuppenmarkt
Die Mitglieder des Vereins sammeln mit zahlreichen ehrenamtlichen Aktionen und Projekten Geld und mobilisieren Baumaterialien, die im Kongo dringend gebraucht werden. „Auf dem Sternschnuppenmarkt werden wir wieder afrikanische Schnitzereien, Postkarten und unser Buch verkaufen“, blickt die Vorsitzende Hildegard Jürgens in die Zukunft - und hofft, auf dem Emsdettener Weihnachtsmarkt einige Menschen für die Entwicklungshilfe gewinnen zu können. Sie selbst hat schon mehrere Reisen in den Kongo unternommen und freut sich zur Zeit über den Besuch Badikas, der jedes Jahr für einige Wochen nach Emsdetten kommt, um über die Entwicklung des Projekts zu berichten. Der Priester weiß: „Die Menschen müssen erst lernen, ihre eigene Lage kritisch zu betrachten, um dann ein Bewusstsein für die Möglichkeit besserer Lebensbedingungen zu bekommen.“ Die HIKAF will Kindern und Jugendlichen dabei helfen, der Armut und dem Elend zu entkommen.
Analphabeten
Die Ausbildung beginnt mit dem Kindergarten und hat das Abitur zum Ziel. Doch weil im Kongo zwar offizielle Schulpflicht besteht, sich die hohen Schulgebühren jedoch viele Eltern nicht leisten können, sind die meisten Kinder Analphabeten. Deshalb übernimmt HIKAF oft die Kosten für den Schulbesuch.
Für eine nachhaltige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wird gerade ein Kulturzentrum in Kinkole gebaut, in dem die Schüler weiter für ihr Leben gefördert und gestärkt werden.
Spenden
Durch eine Mitgliedschaft im Verein HIKAF Emsdetten 05 wird das Projekt HIKAF in Kinshasa unterstützt. Der Mindestbeitrag beträgt 3 Euro oder mehr. Mit einer Patenschaft für ein Kind oder Einzelspenden auf das HIKAF-Konto 152 666, bei der Verbund-Sparkasse Emsdetten (BLZ 401 537 68) werden die Schulgebühren finanziert. Spendenquittungen stellt der Verein gerne aus.
Donnerstag, 30. Oktober 2008 | Quelle: Emsdettener Volkszeitung (Emsdetten), Wiebke Fröhlich