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Liebe Freunde und Wohltäter,

wir sind der Meinung: Es kann nur eine wahre Entwicklung geben, wenn die Betroffenen sich an dem Entwicklungsprozess richtig beteiligen. Den Betroffenen muss bewusst werden, ihre Lebensbedingungen zu ändern bzw. zu verbessern. Sie sollen zuerst die Lage, in der sie sich befinden, kritisch betrachten, um zu wissen, ob es menschenwürdig ist - so zu leben -, wie man bis jetzt immer gelebt hat.

Dies aber hängt von der kulturellen Entwicklung eines Volkes ab. Hat ein Volk keine Möglichkeit gehabt, seine Sichtweite zu erweitern, kann es auch nicht in der Lage sein, seine Gewohnheit von heute auf morgen anders zu gestalten. Das Volk im Kongo lebt zum großen Teil unter einer solchen Situation. Einige wissen schon, dass das Leben nicht der Würde des Menschen entspricht, aber sie haben keinen Mut, neue Wege zu wagen. Hierunter zählen besonders viele studierte und auslanderfahrene Menschen. Sie wollen sich nicht bemühen, parallele oder andere Strukturen zu errichten - um zu schauen, ob sich etwas positiv entwickeln kann.

Wir haben nach unserer Auslandserfahrung in Italien, in Österreich und in Deutschland versucht, einen neuen Weg zu gehen.

Wir haben uns als Aufgabe und Ziel unseres christlichen Lebens die Forderung und die Förderung der schulischen Ausbildung der Kinder gesetzt, und zwar seit der Priesterweihe und der ersten Gelübde im Jahr 1991 in Rom. Auch die Bekämpfung der Armut und die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung im Kongo ist uns ans Herz gewachsen. Am 11. September 2006 haben wir, zur großen Freude der Kinder und der Eltern, unsere erste Schule "Collège Mater Vitae" genannt, eröffnet. Sie wurde am 25. März 2007 von Bischof Fidèle Nsielele vom Bistum Kisantu und Weihbischof Dominique Bulamatari vom Erzbistum Kinshasa feierlich eingeweiht.

Die Ausbildung geht vom Kindergarten bis zum Gymnasium. In diesem Schuljahr haben wir 179 Kinder und 14 Lehrer. Ab September 2007 werden um 400 Kinder von 30 Lehrern unterrichtet. Da wir die Staatsgebühren und die Lehrkräfte selber bezahlen müssen, bezahlen die Kinder pro Trimester 50 $ als Schulgebühr im Kindergarten, 55 $ in der Grundschule und 65 $ im Gymnasium.

Die Erfahrung in diesem ersten Jahr hat gezeigt, dass viele Eltern nicht in der Lage sind, diesen Beitrag zu leisten. Seinem Ziel nach übernimmt HIKAF deshalb die Kosten für die intelligenten Kinder, die nicht bezahlen können. Wir danken hier ganz besonders allen, die eine Patenschaft für ein Schulkind übernehmen.

HIKAF ist auch besonders im Handwerkssektor (Schreinerei/Tischlerei, Schneiderei/Näherei, Bauen) tätig sowie auch in der Landwirtschaft (Groß- und Kleinviehzucht und Getreidefelder). HIKAF arbeitet auch stark in der Sensibilisierung der Jugendlichen für ein neues Lebensbewusstsein.

Wir sind überzeugt, dass die Armut - in der viele Menschen im Kongo leben - nur eine Wirkung der Sichtdürre der Bevölkerung ist. Viele könnten nach unserer Ansicht gut leben, aber sie wissen nicht, wie sie sich umwandeln können. Niemand hat ihnen gesagt, wie sie ihre Lage einschätzen oder wie sie anders leben können. Für sie ist die Hütte aus Stroh ihr Wohnhaus, sie stellen sie aber auf Lehmboden. Fangt ihr mit Lehmziegeln an, ein Haus zu bauen!

Wo Unkraut wächst, kann auch Gemüse wachsen. Warum lasst ihr Unkraut neben eurer Hütte wachsen? Nur durch die Bildung können wir alles Schlafende wach machen und ein ganzes Land hoch treiben. Da braucht man aber neue Impulse. Aber von wem?

Hier möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die in HIKAF eine Möglichkeit für die richtige Entwicklung gesehen haben und uns seit Jahren unterstützen, damit im Kongo neue Infrastrukturen geschaffen werden. Durch Aus-, Fort- und Weiterbildung soll bei HIKAF den Menschen geholfen werden, ihre Lebensbedingungen selber zu verbessern.

Wir denken an alle unsere deutschsprachigen Freunde und Wohltäter in Österreich und in Deutschland, besonders in Liebenau, Zell an der Pram, Ebensee und Salzkammergut, Weichstetten, Linz, Lambach, Drasenhofen, Bocholt, Darfeld und Emsdetten. Wir danken hier allen Mitgliedern des Vereins BOLINGANI e.V. (Bolingani = Freundschaft) in Bocholt, die gewagt haben, im Jahr 2001 den ersten Verein für das Projekt HIKAF zu gründen. Danke an die Aktion „Menschen helfen Menschen“ in Rosendahl-Darfeld für ihr Engagement für die Menschen im Kongo. In Emsdetten, danken wir besonders den Mitgliedern der Gebetsgruppe der Marianischen Priesterbewegung. Außerdem geistlichen Beistand, durch den Namen „Sparclub Badika“ unterstützen sie seit 2001 ganz speziell das Projekt HIKAF. Einen ganz besonderen Dank sagen wir allen Mitgliedern des Vereins HIKAF EMSDETTEN e.V. 2005.

Wir danken allen Freunden, die nicht in den oben genannten Orten wohnen und die uns oft eine Spende für unsere Arbeit zukommen lassen.

 

Matóndo mingi! - Vielen Dank!

A. Hippolyte Badika und Sr. Cyprienne Masasu